Morbus Crohn: Das Mindset, das hilft
Als Betroffener weiß ich, wie lähmend es sich anfühlt, wenn mit der Diagnose eine neue Ungewissheit ins Leben tritt. Vielleicht kennst du das auch: Du erwachst nach einer schmerzvollen Nacht, fühlst dich erschöpft und denkst, „So geht es immer weiter – ich kann nichts ändern.“ In solchen Momenten stehe ich selbst oft an einem Scheideweg. Resignation fühlt sich an wie ein Ende, doch in Wahrheit ist es der Anfang einer neuen Haltung. Anstatt die Hände in den Schoß zu legen, habe ich gelernt: Akzeptanz ist der erste Schritt, um wieder handlungsfähig zu werden.
Was ist Akzeptanz wirklich?
Resignation ist eine lähmende, passive Haltung. Man fühlt sich machtlos: „Du hast keine Energie (mehr) zu handeln“, heißt es treffend, wenn wir uns unserem Schicksal ergeben. In dieser Opferrolle überlässt man die Kontrolle anderen und gibt eigenen Handlungsspielraum auf. Akzeptanz dagegen ist aktiv. Sie „hat eine ganz andere Kraft“: Wir erkennen bewusst an, was ist, ohne unnötiges Drama um Unveränderliches zu machen. Wenn wir loslassen und akzeptieren, „werden Energien freigesetzt, die dir helfen, eine Lösung für deine Situation zu finden“. Akzeptanz bedeutet nicht, aufzugeben – im Gegenteil: Man befreit den Kopf für lösungsorientiertes Denken. Studien mit chronisch Kranken bestätigen: Wer lernt, Symptome „so zu akzeptieren, wie sie sind“, sorgt dafür, dass Sorgen und Stress abnehmen und die Krankheit besser in den Griff kommt.
Mentale Werkzeuge
Akzeptanz: Wer akzeptiert, ist nicht machtlos, sondern legt das Fundament für Veränderung. Akzeptanz heißt, anzuerkennen, was ist – und bewusst loszulassen, was man nicht ändern kann. Das setzt positive Energie frei und schafft Raum für neue Ideen. So kann man etwa bei chronischen Beschwerden fragen: „Was kann ich tun, damit es mir heute wenigstens ein kleines Stück besser geht?“ Anstatt zu resignieren, richtet man seinen Blick auf Lösungen.
Dankbarkeit: Dankbarkeit lenkt unseren Fokus vom Problem weg aufs Positive. Ein Dankbarkeitstagebuch oder ein kurzer Moment des Innehaltens hilft, selbst in schwierigen Zeiten Schönes wahrzunehmen. Studien zeigen: Menschen mit wenig Dankbarkeit leiden deutlich häufiger an chronischem Stress und Erschöpfung. Schon ein bewusster Dankbarkeitsmoment – etwa, dankbar zu sein für ein warmes Frühstück oder den gesunden Körper – hebt sofort die Stimmung. Wer täglich übt, kleine Glücksmomente zu zählen, stärkt sein Wohlbefinden und seine Resilienz. Dankbarkeit wirkt wie ein innerer Kompass, der uns aus Grübelschleifen befreit.
Verantwortung übernehmen: Resiliente Menschen verlassen die Opferrolle. Sie nehmen ihr Leben selbst in die Hand. Wie es treffend heißt: Für ein „Stehaufmännchen“ im Leben gilt es, Verantwortung zu übernehmen, statt in der Opferrolle zu verharren. Das heißt konkret: Nicht warten, dass „irgendwie alles schon gut wird“, sondern aktiv fragen: „Was kann ich jetzt tun? Wer kann mir helfen?“ Indem du diese Zügel selbst wieder anpackst, stärkst du deine Selbstwirksamkeit. Du fokussierst dich auf Lösungen statt auf Probleme.
Hilfe annehmen: Sich Unterstützung zu holen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Hilfe anzunehmen bedeutet Selbstfürsorge. Wie Psychologin Sylvia Kosek schreibt: „Mut zur Unterstützung zu haben ist … ein Akt von Selbstfürsorge und Mut“. Wenn du dich überfordert fühlst, hole dir Hilfe – sei es durch Gespräche mit Freunden, Austausch in einer Selbsthilfegruppe oder professionelle Beratung. Hilfe öffnet neue Perspektiven und vermittelt, dass du nicht allein bist. Wer offen sagt „Ich schaffe das gerade nicht allein“, übernimmt damit Verantwortung für sein Leben und stärkt seine psychische Gesundheit.
Fazit: Du bist nicht machtlos
Du siehst: Auch in scheinbar ausweglosen Situationen kannst du handeln. Alles beginnt im Kopf – mit dem inneren Mindset. Indem du annimmst, was ist, ohne dich hängen zu lassen, legst du den Grundstein für Veränderung. Dankbarkeit schenkt dir Energie und Klarheit, die dich aus festgefahrenen Gedanken löst. Verantwortung zu übernehmen gibt dir das Gefühl, dein Leben mitzugestalten statt zu erdulden. Und Hilfe anzunehmen verschafft neuen Schwung. Forschungsergebnisse bestätigen: Wer regelmäßig positive Gefühle wie Wertschätzung kultiviert, stärkt sein Nervensystem und damit seine Handlungsfähigkeit. Du bist nicht machtlos – im Gegenteil: Jeder noch so kleine mentale Wandel bringt dich weiter. Veränderung fängt oft ganz leise im Inneren an. Glaub an dich und gehe den nächsten Schritt – du musst diesen Weg nicht allein gehen.
Zum Schluss möchte ich dich noch einladen, mit mir und anderen Betroffenen in Verbindung zu bleiben. Wenn dir mein Erfahrungsbericht geholfen hat, schau gerne auf meinen Social-Media-Kanälen vorbei oder abonniere meinen Newsletter. Dort teile ich regelmäßig weitere Tipps, persönliche Einblicke und Motivation, wie wir gemeinsam ein starkes Leben mit Morbus Crohn oder Colitis führen können. Du bist nicht alleine – lass uns diesen Weg zusammen gehen! 💚
Liebe Grüße,
Raphael