Wer bin ich eigentlich?
Wer bin ich eigentlich? Ein paar ehrliche Worte über mich
Warum ich das hier mache, was mich antreibt und was du vielleicht noch nicht über mich wusstest
Ich poste fast jeden Tag Content über CED, Ernährung, Mindset und Gesundheit. Aber wer ist eigentlich der Mensch hinter den Videos und Karussells? Ich merke, dass viele von euch meinen Content kennen, aber nicht unbedingt wissen, wer ich bin, woher ich komme und warum ich das hier überhaupt mache.
Zeit, das zu ändern.
Raphael, Hamburg, 28 Jahre alt, Dorfkind
Ich bin in der Nähe von Hamburg aufgewachsen, eher ländlich, eher Dorf als Großstadt. Heute lebe ich zentral in Hamburg und fühle mich hier zu Hause. Aber ein Stück Dorfkind bin ich wahrscheinlich immer noch.
Ich habe einen Master in Entrepreneurship und Innovation, habe sieben Jahre bei Unilever gearbeitet und danach noch in einem Startup. Ich habe also eine Zeit lang einen ganz klassischen Karriereweg gemacht. Aber ich wusste eigentlich schon immer, dass ich irgendwann etwas Eigenes machen will. Und dass es irgendwas im Gesundheitsbereich sein soll. Das hat lange in mir gearbeitet, bis ich irgendwann den Schritt gewagt habe.
14 Jahre Morbus Crohn
Alles begann 2012. Ich war 14 Jahre alt, wir waren im Urlaub an der Ostsee. Plötzlich: Blut im Stuhl, heftige Schmerzen. Was zunächst wie eine Magen Darm Grippe wirkte, wurde zur Odyssee. Krankenhaus, Untersuchungen, kein Schulbesuch mehr möglich.
Am 25. September 2012 kam die Diagnose: Morbus Crohn. Und dann kam die Stille. Ich habe danach jahrelang kaum mit jemandem darüber gesprochen. Nicht mit Freunden, nicht in der Schule, mit niemandem außer meiner Familie. Alles wurde verheimlicht. Aus Scham. Aus Angst, anders behandelt zu werden. Aus dem Gefühl, dass niemand das verstehen kann.
Die ersten vier bis fünf Jahre waren hart. Fast durchgehend im Schub, fast ständig auf Kortison, etliche Medikamente, die nicht richtig gewirkt haben. Und ich, der das Ganze mit sich alleine ausmacht.
Rückblickend war das einer meiner größten Fehler: das Schweigen. Heute spreche ich vor Tausenden von Menschen über CED. Damals konnte ich es nicht mal meinem besten Freund erzählen.
Der Wendepunkt war kein einzelner Moment
Mich fragen viele, ob es den einen Moment gab, an dem ich beschlossen habe, mein Leben zu verändern. Die ehrliche Antwort: Nein. Es waren viele kleine Momente, die sich aufaddiert haben.
Einer davon liegt knapp zweieinhalb Jahre zurück. Ich lag im Krankenhaus mit einem Spontanpneumothorax, einer kollabierten Lunge. Es war knapp. Und es war einer dieser Momente, in denen du merkst: Das Leben ist endlich. Du hast nicht unbegrenzt Zeit, die Dinge zu tun, die dir wirklich wichtig sind.
Aber der eigentliche Wendepunkt begann viel früher. Mit 16 habe ich angefangen zu trainieren, zunächst ohne viel Ahnung. Ein Jahr später begann ich, meine Ernährung umzustellen. Mit 18 habe ich aufgehört, Alkohol zu trinken und Fußball zu spielen, beides gleichzeitig, weil ich meinen kompletten Fokus auf das Gym gelegt habe. Ich habe mich in Studien, Bücher und Dokus vertieft und bin zum eigenen Forscher meiner Krankheit geworden.
Heute bin ich seit über acht Jahren schubfrei und seit 2025 medikamentenfrei, in enger Absprache mit meinem Gastroenterologen. Aber ich sage das nicht, um mich als Vorbild darzustellen, das es „geschafft" hat. Jeder CED Verlauf ist anders. Ich teile meinen Weg als Beispiel, nicht als Blaupause.
Was ich heute den ganzen Tag mache
Mein Alltag ist wahrscheinlich weniger glamourös, als manche denken. Jeder Tag sieht ein bisschen anders aus, aber grob läuft es so: Aufstehen, Bett machen, ein Glas Wasser, Supplements, ein Blick aus dem Fenster. Dann Frühstück, meistens Porridge und Kaffee. Danach sitze ich am Schreibtisch, plane Content, schneide Videos, schreibe Captions. Irgendwann stelle ich Kamera und Stativ auf und nehme neue Videos auf.
Mittags koche ich, nachmittags gebe ich Personal Trainings im Studio um die Ecke und mache danach mein eigenes Training. Abends gibt es oft noch ein Coaching Gespräch oder ein Erstgespräch per Zoom. Und dann: Abendessen kochen, entspannen, Serie schauen, Handy weglegen.
Kein Tag sieht exakt gleich aus. Aber die Grundstruktur gibt mir Halt. Und genau das ist auch das, was ich meinen Coachees vermittle: Routinen müssen nicht perfekt sein, aber sie müssen existieren.
Die ehrliche Antwort zur Frage „Kannst du davon leben?"
Nein, noch nicht komplett. Und ich finde, das darf man auch ehrlich sagen. Ich bin in der Aufbauphase meiner Selbstständigkeit. Die ersten Coachings laufen, die ersten Erfolge sind da und es fühlt sich jeden Tag richtiger an. Aber parallel gebe ich Personal Trainings in Hamburg, um mir den Start zu finanzieren. Ich trainiere dort hauptsächlich Leute, die nichts mit CED zu tun haben. Das hat sich einfach angeboten, ich bin ausgebildeter Fitnesstrainer mit A Lizenz, das Studio ist direkt um die Ecke, es macht mir Spaß und es hilft, dass am Anfang ein bisschen Geld reinkommt.
Ich glaube, viele sehen online immer nur das fertige Ergebnis. Den erfolgreichen Coach mit Tausenden von Followern. Aber dahinter steckt ein Weg, der auch bei mir noch lange nicht fertig ist. Und ich finde es wichtig, euch da mit reinzunehmen, statt so zu tun, als wäre alles schon perfekt.
Bin ich ein CED Experte?
Ich würde mich nicht so bezeichnen. Es gibt Ärzte, Wissenschaftler, Ernährungsmediziner und Fachleute, die in einzelnen Bereichen tiefer drin sind als ich. Was ich aber bin: jemand, der 14 Jahre lang mit dieser Krankheit gelebt hat, der sich intensiv mit Ernährung, Stressmanagement, Bewegung und Mindset auseinandersetzt und der weiß, wie man dieses Wissen in den Alltag bringt.
Denn genau da liegt oft das Problem. Du kannst theoretisch alles über Entzündungen, Darmflora und Omega 3 wissen, aber wenn du nicht weißt, wie du es in deinen Alltag integrierst, verändert sich nichts. Ich sehe mich als Übersetzer zwischen dem Wissen und deinem echten Leben. Als Wegbegleiter, nicht als Guru.
Was mich nervt
Ich wurde gefragt, was mich an der Gesundheits und CED Welt stört. Die Antwort ist einfach: schnelle Lösungen und absolute Aussagen ohne Gesamtkontext. „Nimm das, dann wird alles gut." „Nur das hilft." „Diese eine Sache hat mich geheilt."
So funktioniert das nicht. Gesundheit ist komplex, CED ist individuell und jeder Mensch hat eine andere Ausgangslage. Wer dir erzählt, er habe die eine Lösung für alle, dem solltest du skeptisch begegnen. Mein Ansatz ist ein anderer: Ich helfe dir, deine eigenen Stellschrauben zu finden. Das dauert länger als eine Wunderpille, aber es ist ehrlich.
Was mich antreibt
Als ich 14 war und die Diagnose bekam, gab es niemanden, der mir gezeigt hat: Es gibt auch eine positive Seite. Ich habe auf Social Media und im Internet vor allem negative Inhalte gefunden. Was man alles nicht tun darf, was alles schiefgehen kann, Horrorgeschichten. Das hat mir damals nicht geholfen. Es hat mir Angst gemacht.
Heute will ich der Mensch sein, den ich damals gebraucht hätte. Nicht der lauteste, nicht der mit den radikalsten Aussagen. Sondern jemand, der ehrlich über seinen Weg spricht, der Fehler zugibt, der wissenschaftlich fundiert informiert und der trotzdem normal bleibt.
Meine Mission ist klar: Ich möchte, dass Menschen mit CED die Kontrolle über ihr Leben zurückbekommen. Und meine Vision? Der größte und vertrauenswürdigste Anlaufpunkt im deutschsprachigen Raum für Menschen mit CED zu werden. Tausenden von Menschen zu helfen, ein chronisch gesundes Leben zu führen. Das ist das Ziel. Und ich arbeite jeden Tag daran.
Was du vielleicht nicht über mich wusstest
Ich bin Dorfkind. Ich habe lange Fußball gespielt und mit 18 aufgehört. Ich schaue immer noch Fußball, wenn ich kann. Ich koche viel und gerne. Ich bin wahrscheinlich auch privat viel zu viel mit Gesundheitsthemen beschäftigt. Und ich versuche immer mehr, nicht alles zu optimieren, sondern das Leben einfach zu genießen. Denn Gesundheit soll am Ende kein weiterer Stressfaktor werden.
Lass uns in Kontakt bleiben
Wenn du Fragen hast, die hier nicht beantwortet wurden, schreib mir gerne eine DM. Ich lese und beantworte jede einzelne Nachricht. Und auf meinen Social Media Kanälen teile ich täglich Wissen, Erfahrungen und ehrliche Einblicke.
📱 Instagram: @chronisch.gesund.coach 🎥
Liebe Grüße, Raphael