5 Bücher, die ich jedem mit CED empfehlen würde
5 Bücher, die ich jedem mit CED empfehlen würde
Keine medizinischen Ratgeber – sondern Bücher, die dein Denken verändern
Heute wird es mal etwas anderes. Kein Artikel über Entzündungsmarker, Ernährungspläne oder Schub-Trigger, sondern über Bücher. Fünf Bücher, die mich persönlich weitergebracht haben und die ich jedem empfehlen würde, der mit einer chronischen Erkrankung lebt.
Warum? Weil CED nicht nur den Darm betrifft. Wer mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa lebt, steht vor Herausforderungen, die weit über die Medizin hinausgehen: Umgang mit Angst, Veränderung von Gewohnheiten, Selbstwert trotz Krankheit, Ernährungsmythen durchschauen und den Mut finden, das eigene Leben aktiv zu gestalten. Für genau diese Themen habe ich hier fünf Empfehlungen, jedes Buch hat auf seine Weise etwas in mir ausgelöst.
1. Besser fühlen – von Dr. Leon Windscheid
Eine Reise zur Gelassenheit
Dieses Buch war für mich ein echter Augenöffner in Sachen Gefühle und innere Haltung. Leon Windscheid, Psychologe und Bestsellerautor, nimmt den Leser mit auf eine Reise durch unser Innenleben und geht Fragen nach wie: Hat Angst auch eine gute Seite? Wofür brauchen wir Langeweile? Und was macht Emotionen wie Trauer und Wut so wertvoll?
Was das Buch besonders macht: Windscheid schafft eine perfekte Mischung aus wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen und persönlicher Erzählung, das Ganze wird nie langatmig, und man hat das Gefühl, die Informationen direkt auf das eigene Leben anwenden zu können.
Warum ich es gerade bei CED empfehle: Wer mit einer chronischen Erkrankung lebt, kennt das ganze Spektrum an Emotionen – Wut über die Diagnose, Angst vor dem nächsten Schub, Trauer um die Normalität, die andere haben. Dieses Buch hilft dir, diese Gefühle nicht als Feinde zu sehen, sondern als etwas, das zu dir gehört und das du nutzen kannst. Nicht umsonst schrieb ein Harvard-Professor über das Buch, dass Windscheid einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von Angst leiste. Ein perfekter Einstieg für alle, die sich mit ihrer inneren Welt auseinandersetzen wollen.
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2. Das Kind in dir muss Heimat finden – von Stefanie Stahl
Der Schlüssel zur Lösung (fast) aller Probleme
Dieses Buch braucht eigentlich keine Einführung mehr. Es steht seit 2016 ununterbrochen auf der Spiegel-Sachbuch-Bestseller-Liste, wurde millionenfach verkauft und in über 30 Sprachen übersetzt. Und das aus gutem Grund.
Stefanie Stahl, Diplom-Psychologin und Deutschlands bekannteste Psychotherapeutin, hat einen wirksamen Ansatz zur Arbeit mit dem sogenannten inneren Kind entwickelt. Es geht darum, zu verstehen, wie Prägungen aus der Kindheit – Kränkungen, Unsicherheiten, aber auch positive Erfahrungen, unser Verhalten als Erwachsene unbewusst steuern.
Warum bei CED? Weil eine chronische Erkrankung oft alte Wunden aufreißt. Selbstwertprobleme, Angst vor Ablehnung, das Gefühl, anders zu sein, vieles davon hat Wurzeln, die tiefer liegen als die Diagnose. Wer versteht, wie sein inneres Kind tickt, kann bewusster mit diesen Mustern umgehen und hört auf, sich selbst im Weg zu stehen. Sollte jeder gelesen haben, mit oder ohne CED.
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3. Du musst nicht von allen gemocht werden & Du bist genug – von Ichiro Kishimi und Fumitake Koga
Vom Mut, sich nicht zu verbiegen & Vom Mut, glücklich zu sein
Diese beiden Bücher haben mich persönlich besonders abgeholt. Sie gehören zusammen, deshalb empfehle ich beide.
In Form eines tiefgründigen philosophischen Dialogs zwischen einem unglücklichen jungen Mann und einem Philosophen vermitteln die Autoren die Psychologie Alfred Adlers, eines der großen Vorreiter der modernen Psychologie. Es geht um Selbstverantwortung, um den Mut, sein eigenes Leben zu leben, und um die Befreiung von dem ständigen Bedürfnis, allen gefallen zu wollen.
Die Marie Claire nannte es eines der besten Lebenshilfe-Bücher und beschrieb es als wunderbar geeignet, um sich von einengenden Verhaltensmustern zu befreien. Und tatsächlich ist es mehr als ein Ratgeber – es ist ein radikales Plädoyer für Selbstverantwortung und Freiheit.
Warum bei CED? Der Kern von Adlers Psychologie ist, dass du nicht Opfer deiner Umstände bist, sondern dass du wählen kannst, wie du mit ihnen umgehst. Das klingt einfach, ist aber radikal, gerade wenn du eine chronische Krankheit hast und dir die Welt einreden will, dass du eingeschränkt bist. Diese Bücher geben dir den Mut, dich nicht über deine Erkrankung zu definieren und dein Glück nicht von den Meinungen anderer abhängig zu machen. Der erste Teil legt die Grundlage, der zweite Teil vertieft und gibt dir noch mehr Werkzeuge für den Alltag.
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4. Die 1%-Methode (Atomic Habits) – von James Clear
Minimale Veränderung, maximale Wirkung
Dieses Buch habe ich vor etwa zehn Jahren gelesen, und es hat nachhaltig verändert, wie ich an Veränderungen herangehe. Es ist ein internationaler Nummer-1-Bestseller und wurde weltweit über fünf Millionen Mal verkauft und das völlig zurecht.
James Clears zentrale These: Veränderung ist nicht das Ergebnis großer Entschlüsse, sondern vieler kleiner Entscheidungen. Sein Fokus liegt nicht auf Zielsetzung, sondern auf dem Aufbau funktionierender Systeme. Statt zu sagen »Ich will gesünder leben«, zeigt er dir, wie du die kleinen täglichen Gewohnheiten so gestaltest, dass die Veränderung fast automatisch passiert.
Warum bei CED? Weil es beim Leben mit einer chronischen Erkrankung genau darum geht: um tägliche Entscheidungen. Was esse ich? Bewege ich mich? Schlafe ich genug? Nehme ich meine Medikamente? Jede einzelne dieser Entscheidungen für sich scheint unbedeutend – aber in der Summe entscheiden sie über deinen Verlauf. Clear gibt dir das System, um genau diese kleinen Gewohnheiten aufzubauen und beizubehalten. Kein Motivationsgelaber, keine leeren Versprechen – sondern ein konkretes, wissenschaftlich fundiertes Framework, das funktioniert.
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5. Saturated Facts – von Dr. Idrees Mughal (Dr. Idz)
A Myth-Busting Guide to Diet and Nutrition in a World of Misinformation
Dieses Buch habe ich gerade erst gelesen, und es hat mir nochmal die Augen geöffnet. Wichtiger Hinweis: Es ist aktuell nur auf Englisch verfügbar, aber wenn du halbwegs sicher im Englischen bist, lohnt es sich enorm.
Dr. Idrees Mughal ist NHS-Arzt mit einem Master in Ernährungsforschung und einer Zertifizierung in Lifestyle-Medizin. In seinem Buch räumt er mit den Ernährungsmythen auf, die besonders auf Social Media oft ungeprüft verbreitet werden – von Keto über Intervallfasten bis hin zu Entzündung und Darmgesundheit. Leser beschreiben das Buch als hervorragend recherchiert und verständlich geschrieben, mit genau der richtigen Menge an wissenschaftlichen Daten.
Warum bei CED? Weil du als CED-Betroffener permanent mit Ernährungsmythen konfrontiert wirst. »Gluten ist Gift«, »Milch verursacht Entzündungen«, »Diese zehn Lebensmittel darfst du nie essen« – solche Pauschalaussagen verbreiten Angst und sind meistens nicht evidenzbasiert. Dieses Buch gibt dir das Wissen, um selbst einschätzen zu können, was stimmt und was nicht. Es macht dich zum informierten Patienten und genau das brauchst du, wenn es um deine Ernährung geht.
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Warum diese fünf?
Keines dieser Bücher ist ein CED-Ratgeber. Keines erklärt dir, welche Medikamente du nehmen sollst oder was du im Schub essen kannst. Aber jedes einzelne hat mir geholfen, als Mensch zu wachsen und genau das braucht man, wenn man mit einer chronischen Erkrankung lebt. Dein Mindset, dein Umgang mit Gefühlen, deine Gewohnheiten, dein Ernährungswissen, das alles beeinflusst, wie du mit CED lebst. Und manchmal ist ein gutes Buch der beste erste Schritt.
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Liebe Grüße, Raphael
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